Ernährungssouveränität ist Saatgutsouveränität

Wie könnte eine zukünftige Ernährungssouveränität, die auch die Selbstbestimmung über das Saatgut mit einschließt, aussehen? Für die Erprobung von Alternativen braucht es Strukturen, die nicht auf Profit ausgerichtet werden. Entscheidend für einen vielfältigen, möglichst regionalen Anbau sind vier Dinge: Fruchtbare Böden, gute samenfeste Sorten, viel Wissen über Saatgut und Zucht und eine große Biodiversität. Alle vier Faktoren werden von dem dominierenden Zucht- und Landwirtschaftsbetrieb erdrosselt, durch hochgradige Arbeitsteilung eingedampft und im Wettbewerb um die effizienteste Lebensmittelproduktion wegoptimiert. Da Saatgut eine Grundlage für Ernährung ist, ist Saatgutsouveränität eine Grundlage von Ernährungssouveränität. Ohne eigenes bäuerliches Saatgut kann es keine nachhaltige Landwirtschaft geben, und ohne nachhaltige Landwirtschaft kann man keine Ernährungssouveränität aufbauen. Saatgut- und Ernährungssouveränität bedeuten, dass Menschen vor Ort je nach Umweltbedingungen und Bedürfnissen über ihre Agrar- und Saatgutsysteme entscheiden, ohne dass ihnen Konzerne und staatliche Stellen das vorschreiben wollen.

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Literaturtipp, Zitate diese und vorherige Seiten von:
Anja Banzhaf: Saatgut – wer die Saat hat, hat das Sagen
oekom 2016, 272 Seiten, 19,95 €

Maple River Homeland

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